eine choreographische Arbeit im Rahmen des Delta Festivals Programm

Basierend auf der Novelle von Mérimée und einer instrumentalen Version der
Musik von Bizet.
Im Laufe der Zeit ist Carmen zum Mythos geworden, zu einer Ikone der Popkultur. Oft wird sie
auf Bizet‘s Oper reduziert, doch damit wird der Figur und der Erzählung nicht genüge getan.
Carmen ist zunächst eine Studie über das Leben der „Gitanos“ (= spanisch: „Zigeuner“).
Auch wenn die Ursprungsgeschichte aus heutiger Sicht einen rassistischen Eindruck
hinterlässt, wollte Mérimée Spanien und die Sitten, die er damals (1830-18:45) bei den
„Zigeunern“ beobachtete, aus einem beinahe wissenschaftlichen Interesse heraus darstellen.
Im Laufe der Vergangenheit der heutigen Sinti und Roma, erhielten sie
Niederlassungsverbote, durften kein Gewerbe anmelden, wurden unterdrückt und
ausgegrenzt. Sie wurden für ein bestimmtes Verhalten (wie Diebstahl, Betrug durch
Wahrsagen o.ä., betteln, Straßentanz, etc.) gezwungen und hinterher warf ihnen die
Mehrheitsgesellschaft genau dieses Verhalten vor. Im heiligen römischen Reich Deutscher
Nation wurden sie sogar für vogelfrei erklärt.
Vorurteile und Klischeedenken bestehen bis heute, auch wenn sie seit 1995 offiziell als
Nationale Minderheit in z.B. Deutschland anerkannt sind.

Giovanni De Buono und Luches Huddleston jr. haben sich für die Choreografie mit dem Novellentext von Prosper Mérimée auseinandergesetzt. Gemeinsam dekonstruieren sie Stereotype, Rollenklischees und Vorurteile. Headley, Carmen-Darstellerin schon in der letzten Inszenierung des Stoffs durch Stephan Thoss am Nationaltheater, entledigt sich souverän ihres traditionellen Kostüms und macht deutlich: Die Ikone Carmen
passt in keinen Rahmen.“ (Mannheimer Morgen)

 

Daten:

Ort:

Theater Felina-Areal, Mannheim

Premiere: 05.06.2024

Choreographie: Giovanni De Buono / Luches Huddleston, jr.

Bühne: Francesco De Buono

Video: Giovanni De Buono

Kostüme: Luches Huddleston, jr. / Giovanni De Buono